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Es gibt Landschaften die man kennt – und dann gibt es das Death Valley. Einen Ort der so extrem, so still und so unwirklich schön ist, dass man beim Fahren immer wieder ungläubig den Kopf schüttelt. Etappe 7 war eine der längsten und landschaftlich abwechslungsreichsten des gesamten Roadtrips – und eine der eindrucksvollsten.
Abfahrt aus Las Vegas – und ein bewusster Verzicht
Früh morgens verließen wir Las Vegas in Richtung Death Valley. Den Red Rock Canyon haben wir bewusst ausgelassen – nicht weil er uns nicht interessiert hätte, ganz im Gegenteil. Aber wir wussten, dass ein langer Tag vor uns lag, und manche Orte verdienen mehr als einen hastigen Stopp. Der Red Rock Canyon wartet auf eine eigene Reise. Manchmal ist das Auslassen eines Highlights die klügste Entscheidung.
Die Fahrt selbst ist bereits ein Erlebnis. Über den Pahrump Highway geht es durch die Mountain Springs – eine Kulisse aus roten Bergen und Wüstenlandschaft die einen sofort in den Bann zieht. Dann, irgendwo nach Pahrump, wird die Straße schnurgerade und die Wüste öffnet sich in alle Richtungen. Amerika in seiner reinsten Form.
Dante’s View – der erste Blick von oben
Über den kleinen Ort Death Valley Junction tauchten wir schließlich in diese bezaubernde Landschaft ein. Unser erster Stopp war bewusst gewählt: die Auffahrt zum Dante’s View – einem der spektakulärsten Aussichtspunkte des gesamten amerikanischen Westens.
Die Auffahrt dauert etwa 30 Minuten, die letzten Hunderte von Metern sind extrem steil – fast schon abenteuerlich. Oben angekommen öffnet sich eine Aussicht die sprachlos macht. Man steht auf über 1.600 Metern Höhe und blickt direkt hinunter auf das Badwater Basin – den tiefsten Punkt Nordamerikas, 86 Meter unter dem Meeresspiegel. Rechts die schneebedeckten Gipfel der Telescope Peak, vor einem das endlose weiße Salzbecken, dahinter die Panamint Range in ihren warmen Erdtönen. Bei strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel ein Anblick der sich ins Gedächtnis brennt.
Wir blieben länger als geplant – wanderten ein wenig entlang des Kamms, ließen den Blick schweifen und versuchten die Dimensionen dieser Landschaft zu begreifen. Es gelingt einem nie ganz. Und das ist vielleicht das Schönste daran.
Zabriskie Point – Farben wie gemalt
Auf dem Weg nach Furnace Creek war der Zabriskie Point ein Pflichtbesuch. Die erodierten Badlands in ihren Schattierungen von Gold, Orange und Violett wirken wie ein surrealistisches Gemälde – kaum zu glauben dass dies echte Natur ist. Der Aussichtspunkt ist gut erreichbar und lohnt sich zu jeder Tageszeit, beim Sonnenuntergang soll er allerdings geradezu magisch sein.
Furnace Creek – und warum wir weiterfuhren
Furnace Creek ist das touristische Zentrum des Death Valley – mit zwei Unterkünften, einem Visitor Center und einigen Serviceangeboten. Für uns war es ein kurzer Durchfahrtsort. Außer der Infrastruktur hat Furnace Creek wenig zu bieten das uns zum Bleiben bewogen hätte. Wir fuhren weiter.
Stovepipe Wells – 100 Jahre zurück in der Zeit
Unser Ziel für die Nacht war Stovepipe Wells – und es war die richtige Entscheidung. Ein kleiner Store mit hauptsächlich Souvenirs und ein paar Lebensmitteln, eine Tankstelle, ein Restaurant und eine Unterkunft. Das ist alles. Und doch – oder vielleicht gerade deswegen – hat uns dieser Ort in seinen Bann gezogen.
Man fühlt sich um 100 Jahre zurückversetzt. Die Stille ist absolut, der Himmel gewaltig und das Gefühl wirklich am Ende der Welt zu sein, nirgendwo stärker als hier. Stovepipe Wells ist kein Ort für mehrere Nächte – aber für eine Nacht ist er unverzichtbar.
Der Sonnenuntergang an diesem Abend war schlicht unwirklich schön. Zum Zabriskie Point wäre es uns zu weit gewesen – wir standen einfach draußen vor unserer Unterkunft und schauten zu. Kein schlechter Tausch.
Im Restaurant haben wir überraschend gut gegessen – besser als erwartet für einen Ort dieser Abgelegenheit. Müde und zufrieden fielen wir ins Bett.
Ein praktischer Hinweis: Die Tankstelle in Stovepipe Wells ist teuer – aber deutlich günstiger als in Furnace Creek. Wer tanken muss, tankt hier.
Mesquite Flat Sand Dunes – Wüste wie aus dem Bilderbuch
Nach einem sehr guten Frühstück am nächsten Morgen fuhren wir direkt zu den Mesquite Flat Sand Dunes – und dieser Stopp allein hat den Aufenthalt in Stovepipe Wells mehr als gerechtfertigt. Die Dünen liegen nur wenige Minuten entfernt, es gibt einen Parkplatz und man kann in aller Ruhe durch diese bezaubernde Landschaft wandern.
Goldener Sand, bizarre Schatten in der Morgensonne, die absolute Stille der Wüste – das sind die Momente für die man reist. Wer in Furnace Creek übernachtet, verpasst dieses Erlebnis fast zwangsläufig. Ein weiterer Grund warum Stovepipe Wells die bessere Wahl war.
Artists Drive – Farben die man nicht glaubt
Zwischen Badwater Basin und Furnace Creek liegt einer der verstecktesten Schätze des gesamten Death Valley: der Artists Drive. Eine neun Kilometer lange Einbahnstraße die sich durch eine Landschaft schlängelt die aussieht als hätte jemand die Natur mit einer Palette bunter Farben übergossen. Grün, Violett, Orange, Rosa, Gelb – die Mineralablagerungen in den Felsen leuchten in Farbtönen die man hier schlicht nicht erwartet.
Der Höhepunkt ist die sogenannte Artists Palette – ein Aussichtspunkt mitten auf der Strecke wo die Farbvielfalt am intensivsten ist. Wir hielten an, stiegen aus und standen einfach da. Kein Grand Canyon, keine riesigen Dimensionen – nur Stille, Wüstenhitze und diese unwirklichen Farben die so gar nicht in das Bild passen wollen das man vom Death Valley im Kopf hat.
Der Artists Drive ist kostenlos und mit jedem Fahrzeug befahrbar – die Straße ist gut ausgebaut und die neun Kilometer sind in etwa 30 Minuten geschafft wenn man an den Aussichtspunkten hält. Wer ihn auslässt, verpasst einen der überraschendsten Momente des gesamten Parks.
Badwater Basin – 40 Grad im März
Über Furnace Creek fuhren wir zurück zum Badwater Basin – dem tiefsten Punkt Nordamerikas, den wir bereits vom Dante’s View von oben betrachtet hatten. Jetzt standen wir mittendrin.
Es war Mitte März – und das Thermometer zeigte bereits 40 Grad. Eine stille, fast meditative Weite aus weißem Salz, die sich bis zum Horizont erstreckt. Viel los an diesem Tag, aber die Dimensionen des Beckens schlucken die Menschen mühelos. Man fühlt sich trotzdem allein.
Wir waren uns bewusst wie glücklich wir mit unserem Reisezeitraum waren. Im Sommer steigen die Temperaturen hier auf über 50 Grad – ein Besuch wird dann zur echten Gefahr. Im März hingegen ist das Death Valley genießbar, erfahrbar, wunderbar. Wer die Wahl hat, reist im März oder April.
Die Fahrt nach Palm Springs – ein Landschaftsrausch
Gegen Mittag brachen wir in Richtung Palm Springs auf – und die Fahrt dorthin war einer der unerwartetsten Höhepunkte des gesamten Roadtrips. Die Landschaft wechselt alle paar Minuten ihr Gesicht: Mondlandschaft, Salzwüste, rote Felsen, gelbe Ebenen – nichts davon lässt sich in eine Kategorie pressen. Es ist einfach absurd schön.
Über Baker und Barstow – wo wir kurz die alte Route 66 kreuzten – rollten wir in Richtung der Wüstenstadt Palm Springs. Und dann, irgendwo auf dieser Strecke, passierte etwas Faszinierendes: Rechts von uns, in den Bergen, türmten sich dunkle Wolken. Der Wetterbericht hatte es angekündigt – schwere Schneestürme am Big Bear Lake, nur wenige Kilometer entfernt von unserer Route. Wir fuhren bei über 35 Grad durch die Wüste, während es keine 50 Kilometer entfernt schneite. Amerika ist ein Kontinent, kein Land.
Wir waren froh, dass wir die ursprüngliche Idee eine Nacht am Big Bear Lake zu verbringen nicht weiter verfolgt hatten. Mit Einbruch der Dunkelheit kamen wir in Palm Springs an – erschöpft, begeistert und voller Eindrücke die noch lange nachwirken würden.
Praktische Tipps für das Death Valley
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- Unterkunft: Stovepipe Wells statt Furnace Creek – günstiger, authentischer, näher an den Sanddünen
- Reisezeit: März bis April ist ideal – angenehme Temperaturen, kein Massentourismus. Im Sommer lebensbedrohlich heiß
- Tankstelle: Stovepipe Wells ist günstiger als Furnace Creek – hier tanken
- Dante’s View: Früh morgens oder am Nachmittag – die letzten Meter sind sehr steil
- Mesquite Flat Sand Dunes: Früh morgens für das beste Licht und weniger Besucher
- Badwater Basin: Wasser mitnehmen – auch im März können die Temperaturen auf 40 Grad steigen
- Artists Drive: Einbahnstraße – Einfahrt von Norden, also zuerst Badwater Basin dann Artists Drive ansteuern
- Zabriskie Point: Sonnenuntergang ist die beste Zeit
- Nationalparkpass: Gilt auch im Death Valley – hier zahlt er sich aus
- Fahrtzeit Las Vegas → Death Valley: Ca. 2,5 Stunden bis Dante’s View
- Fahrtzeit Death Valley → Palm Springs: Ca. 3,5 Stunden über Baker und Barstow
- Lohnt sich eine Tour von Las Vegas aus: Unbedingt!
Wart ihr schon im Death Valley oder steht der Nationalpark noch auf eurer Bucket List? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!
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→ Etappe 8: Palm Springs und Joshua Tree Nationalpark
→ Etappe 8: Palm Springs, Joshua Tree und Los Angeles
























