USA Roadtrip Etappe 9 – Los Angeles: Überraschend positiv, ehrlich bewertet

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Los Angeles – eine Stadt die polarisiert. Smog, Stau, Obdachlose, Unsicherheit – das sind die Bilder die viele Europäer im Kopf haben bevor sie ankommen. Wir hatten sie auch. Und dann kam LA und hat uns auf mehreren Ebenen positiv überrascht. Nicht überall, nicht in allem – aber oft genug um mit einem guten Gefühl weiterzufahren.

Unterkunft: Best Western Plus Sunset Plaza, West Hollywood

Wir wohnten im Best Western Plus Sunset Plaza in West Hollywood – und die Lage war strategisch kaum zu verbessern. Hollywood Sign, Walk of Fame, Beverly Hills und Santa Monica Pier – alles in kurzer Fahrtzeit erreichbar. Ein gutes, solides Hotel das seinen Zweck perfekt erfüllt hat.

Was uns vorab Sorgen gemacht hatte: der große Jeep Gladiator in einer Millionenstadt. Völlig unbegründet. In Los Angeles findet man praktisch überall relativ schnell einen Parkplatz – das war eine der angenehmen Überraschungen dieser Stadt. Und auch das Thema Sicherheit – in den klassischen Touristengebieten haben wir uns jederzeit sicher gefühlt. Vorab-Bedenken unbegründet.

Erster Abend: Saddle Ranch Chop House

Nach der Ankunft hatten wir Hunger – und sind direkt gegenüber vom Hotel ins Saddle Ranch Chop House gegangen. Ein typisch amerikanisches Restaurant in der besten Tradition: viele Bildschirme mit verschiedenen Sportarten, riesige Portionen, spektakuläre Desserts und Bull Riding. Einfach ein cooler Laden.

Die Ribs mit Ofenkartoffel waren fantastisch – saftig, perfekt gewürzt, in einer Menge die kaum zu bewältigen ist. Wir haben dort in Ruhe den nächsten Tag geplant – und waren nicht nur einmal dort. Eine klare Empfehlung für alle die in West Hollywood übernachten.

Hop-On Hop-Off oder eigenes Auto?

Hop-On Hop-Off Busse gibt es in LA – aber wir hatten den Eindruck dass diese eher selten fahren und für eine flexible Stadtbesichtigung wenig geeignet sind. Wir haben uns entschieden selbst mit dem Jeep zu fahren – und das war die richtige Wahl. Los Angeles ist mit dem Auto gut zu bewältigen, auch mit einem großen Fahrzeug.

Tag 1: Melrose Ave, Walk of Fame und Hollywood Sign

Den ersten vollen Tag begannen wir auf der Melrose Avenue – einem der stilvollsten Straßenzüge von Los Angeles mit individuellen Boutiquen, Street Art und einem ganz eigenen Charakter. Ein Highlight war die berühmte Paul Smith Pink Wall – eine leuchtend pinke Hauswand die zum absoluten Instagram-Spot geworden ist und tatsächlich gut aussieht.

Zwei Blocks weiter ein kurzer Kaffeestopp – mit sehr positiven Erfahrungen. Was uns in dieser Gegend aufgefallen ist: Mitten in der Großstadt stehen wunderschöne individuelle Einfamilienhäuser mit gepflegten Gärten. Kein Großstadtmoloch – sondern überraschend lebenswerte Wohnviertel. Sogar bei der Parkplatzsuche halfen uns Anwohner freundlich weiter. Das hatten wir nicht erwartet.

Weiter zum Walk of Fame – und hier müssen wir ehrlich sein. Die Geschichte lässt sich erahnen, die Sterne sind beeindruckend in ihrer Anzahl – aber die Realität ist ernüchternd. Viele Obdachlose und Drogenabhängige in den Hauseingängen, eine Atmosphäre die wenig von Hollywood-Glamour hat. Einmal gesehen zu haben ist okay – bei einem zweiten LA-Besuch würden wir uns das wahrscheinlich sparen.

Praktischer Tipp: Etwa fünf Gehminuten nördlich des Walk of Fame kann man in einem Wohngebiet kostenlos parken – das spart die teuren Parkgebühren in den Parkhäusern direkt am Boulevard.

Am Nachmittag fuhren wir zum Hollywood Sign – und das war eines der Highlights des LA-Aufenthalts. Durch wunderschöne Wohnviertel mit fantastischen Ausblicken windet sich die Straße in Serpentinen immer höher. Oben angekommen: eine traumhafte Aussicht auf das ikonische Schild und die Stadt dahinter. Downtown LA war leider kaum zu erkennen – der Smog über der Stadt legte eine dichte Dunstglocke über die Skyline. Schade, aber eben auch ein ehrliches Bild dieser Stadt.

Abend in Beverly Hills – ganz anders als erwartet

Für den Abend hatten wir Beverly Hills geplant – und unser Hotelrezeptionist gab uns einen denkwürdigen Rat: „Fahrt keine Straße zweimal entlang – die Bewohner rufen sofort die Polizei.“ Wir haben diesen Rat beherzigt und sind nicht in die Wohnviertel gefahren.

Stattdessen: das Beverly Hills Sign bei Nacht – und das war eine der schönsten Überraschungen der gesamten LA-Zeit. Nachts fast menschenleer, perfekt beleuchtet, völlig für sich alleine. Tagsüber ein Selfie-Hotspot, nachts ein stilles Erlebnis.

Geparkt haben wir direkt vor der Eisdiele Bacio di Latte – absolute Empfehlung. Zum Espresso bekommt man eine Kugel Milcheis dazu. Das allein ist einen Besuch wert.

Von dort sind wir den Rodeo Drive abgelaufen – nachts, ohne Menschenmassen, ohne Warteschlangen vor den Boutiquen, ohne Security. Die voll beleuchteten Luxusgeschäfte in der Stille der Nacht zu erleben war fast unwirklich schön. Tagsüber wäre das ein ganz anderes Erlebnis.

Tag 2: Santa Monica Pier – Ende der Route 66

Vor der Weiterfahrt nach San Diego noch ein letzter Stopp: der Santa Monica Pier – das berühmte Ende der Route 66, der „End of the Trail“. Wir hatten von Autoaufbrüchen in der Gegend gehört und haben die Koffer sicherheitshalber im Hotel gelassen – ein vernünftiger Entschluss.

Auf dem Weg dorthin noch einmal am Beverly Hills Sign vorbei – und was für ein Unterschied zu gestern Nacht. Menschenmassen, Warteschlangen, Selfie-Sticks. Der nächtliche Besuch war definitiv die bessere Wahl.

Der Santa Monica Pier selbst: Man steht am Ende der Route 66, schaut aufs Meer – und das hat tatsächlich etwas. Die mittelmäßige Live-Musik und die vielen Obdachlosen auf dem Pier trüben den Eindruck aber etwas. Ähnlich wie beim Walk of Fame gilt: einmal gesehen zu haben ist schön, bei einem zweiten LA-Besuch würden wir wahrscheinlich andere Prioritäten setzen.

Abschluss: Carney’s – die unerwartete Entdeckung

Zurück am Hotel mussten wir feststellen dass das Saddle Ranch noch geschlossen war. Also nebenan ins Carney’s – ein Burger-Fastfood das in einem alten Zugwaggon untergebracht ist. Und was für eine Überraschung: ausgezeichnete Burger für kleines Geld, schnell serviert und gut gemacht. Das hatten wir nach dem Luxus der vergangenen Tage wirklich nicht erwartet. Carney’s ist ein Geheimtipp für alle die in West Hollywood essen und dabei nicht viel ausgeben wollen.

Burger im alten Zugwaggon

Unser ehrliches Fazit zu Los Angeles

Los Angeles ist nicht das was man erwartet – weder im positiven noch im negativen Sinne. Die Stadt überrascht mit wunderschönen Wohnvierteln, funktionierendem Verkehr und echter Freundlichkeit. Gleichzeitig zeigt sie ihre Schattenseiten offen – am Walk of Fame, am Santa Monica Pier, im allgegenwärtigen Smog.

Was bleibt: Beverly Hills bei Nacht, das Hollywood Sign, die Melrose Avenue, das Saddle Ranch und Carney’s. Mehr als genug für zwei Tage.

Praktische Tipps für Los Angeles

  • Unterkunft: West Hollywood ist ideal – zentral zwischen allen Highlights
  • Auto: Eigenes Fahrzeug schlägt Hop-On Hop-Off klar – Parkplätze besser als erwartet
  • Walk of Fame parken: 5 Minuten nördlich kostenlos im Wohngebiet
  • Beverly Hills: Nachts besuchen – tagsüber Menschenmassen, nachts fast leer
  • Bacio di Latte: Espresso mit Milcheis – absolute Empfehlung
  • Rodeo Drive: Nachts viel schöner als tagsüber
  • Santa Monica: Wertsachen nicht im Auto lassen – Aufbrüche kommen vor
  • Essen günstig: Carney’s im Zugwaggon – gute Burger für kleines Geld
  • Sicherheit: In Touristengebieten kein Problem – Wohnviertel in Beverly Hills nachts meiden

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