Der Grand Canyon. Ein Name, der allein schon Ehrfurcht einflößt – und der dennoch alle Erwartungen übertrifft, wenn man das erste Mal vor ihm steht. Kein Foto, kein Video, keine Beschreibung kann die schiere Größe dieses Naturwunders wirklich vermitteln. Das ist keine Floskel, das ist die Wahrheit. Aber der Reihe nach.
Frühstück in Williams – ein kulinarisch schwieriger Tag
Den Tag begannen wir mit dem Frühstück im Hampton Inn Williams – typisch amerikanisch, aber ehrlich gesagt nicht wirklich überzeugend. Da wir noch Hunger hatten, sind wir zusätzlich ins Pine Country Restaurant in Williams gegangen. Auch dort waren wir kulinarisch nicht wirklich zufrieden. Rein beim Essen war das schlicht ein schlechter Tag – was uns aber die Vorfreude auf den Grand Canyon kein bisschen getrübt hat.
Ein Hinweis den wir gerne weitergeben: Wer am oder in der Nähe des Grand Canyons essen möchte, sollte die Erwartungen bewusst niedrig halten. Das KFC in Richtung Kayenta war unser Abendessen – nicht empfehlenswert. Und Snacks an Tankstellen in dieser Region kosten locker das Dreifache eines normalen Supermarktpreises. Das lässt sich einkalkulieren, wenn man es weiß. Unser Walmart-Einkauf in Las Vegas hat sich hier wieder einmal bezahlt gemacht.


Von Williams zum Grand Canyon South Rim
Von Williams zum Grand Canyon South Rim ist es eine Stunde Fahrt – eine entspannte, unkomplizierte Strecke. Da wir im März gereist sind, also ganz am Anfang der Saison, hielten sich die Wartezeiten am Eingang in engen Grenzen – nur wenige Minuten. Zur Hochsaison im Sommer kann das deutlich länger dauern.
Der März hat uns außerdem ein unerwartetes Geschenk gemacht: Im Canyon lagen noch letzte Schneereste, der Himmel war wolkenlos blau und die Temperaturen kletterten auf fast 25 Grad. Ein perfekter Tag.
Mather Point – Der erste Blick in den Canyon
Wir sind direkt zum ersten Parkplatz am Grand Canyon Visitor Center beim Mather Point gefahren – und das war die genau richtige Entscheidung. Parkplätze waren noch vorhanden, und die Aussicht vom Mather Point ist schlicht atemberaubend. Für uns persönlich war das der schönste Aussichtspunkt des gesamten Tages.
Und dann steht man da. Der Grand Canyon öffnet sich vor einem in einer Tiefe und Weite, die das menschliche Gehirn kaum verarbeiten kann. 446 Kilometer lang, bis zu 29 Kilometer breit und über 1.800 Meter tief – diese Zahlen sind abstrakt, bis man selbst am Rand steht. Die Schichten der Erdgeschichte liegen wie aufgeschlagene Seiten eines Buches vor einem, in Rot, Orange, Beige und Braun. Mit Schneeresten in der Tiefe und einem makellosen blauen Himmel darüber war dieser Anblick einfach unwirklich schön.
Ein kleiner, aber wichtiger Hinweis: Die Eichhörnchen am Grand Canyon sind völlig zutraulich – und genau das ist das Problem. Diese Tiere darf und soll man nicht füttern. Abstand halten ist die richtige Entscheidung.






Vom Mather Point zum Yavapai Point
Von dort aus sind wir zu Fuß über den Rim Trail zum Yavapai Point gewandert – ein wunderschöner, entspannter Spaziergang direkt am Rand des Canyons mit ständig wechselnden Perspektiven. Beim Yavapai Point gibt es zudem ein kleines Museum mit geologischen Erklärungen, das den Blick in den Canyon noch bereichert. Von dort zurück zum Auto, dann weiter ins Grand Canyon Village.
Grand Canyon Village & El Tovar Hotel
Im Grand Canyon Village haben wir mit etwas Glück noch einen Parkplatz gefunden – zur Hochsaison ist das hier sicherlich eine echte Herausforderung. Wer kann, kommt früh morgens oder nutzt den kostenlosen Shuttlebus.
Wir haben beim legendären El Tovar Hotel geparkt – einem der ältesten und bekanntesten Hotels am Canyon, das buchstäblich am Rand liegt. Ein Blick von der Terrasse des El Tovar gehört zum Grand Canyon wie der Sonnenaufgang. Direkt daneben befindet sich das Hopi House, ein faszinierendes Gebäude im Stil der Pueblo-Architektur. Drinnen gibt es Kunsthandwerk der Navajo und Hopi – wunderschön und handgefertigt, aber auch entsprechend teuer. Ein Besuch lohnt sich allemal, auch wenn man nur schaut.
Auf dem Weg zurück zum Auto haben wir noch einen unerwarteten Halt eingelegt: Elche am Straßenrand. Natürlich mussten wir anhalten und das festhalten.
Der Ostausgang – Desert View Watchtower
Da wir an diesem Tag noch vier bis fünf Stunden Fahrt bis ins Monument Valley vor uns hatten, entschieden wir uns für den Ostausgang des Grand Canyon. Diese Strecke entlang des East Rim Drive ist etwa eine Stunde lang und absolut empfehlenswert – man fährt immer wieder nah am Rand des Canyons entlang, mit mehreren Aussichtspunkten und immer neuen Perspektiven.
Der letzte und schönste Stopp auf dieser Strecke ist der Desert View Watchtower. Ein großer Parkplatz, eine Tankstelle, ein kleiner Markt und ein beeindruckender Aussichtsturm aus den 1930er Jahren, der einen 360-Grad-Blick über den Canyon und die umliegende Wüstenlandschaft bietet. Hier bereits die ersten Abendfarben am Himmel – wir hätten gerne auf den Sonnenuntergang gewartet, aber Monument Valley rief. Also weiter.




Fazit: Ein Tag der Lust auf mehr macht
Der Grand Canyon ist einer dieser Orte, bei denen man abends im Auto sitzt und bereits weiß: Hier kommen wir wieder. Ein Tag reicht kaum, um die verschiedenen Perspektiven, Wanderwege und Stimmungen zu erleben. Wer mehr Zeit hat, sollte mindestens zwei Tage einplanen – oder sogar eine Wanderung in den Canyon hinein wagen.
Für uns war es trotz des kulinarisch enttäuschenden Tages einer der stärksten Reisetage überhaupt.
Praktische Tipps für den Grand Canyon
- Reisezeit: März ist ideal – kaum Wartezeiten, angenehme Temperaturen, kein Gedränge
- Eingang: South Entrance Station – direkt zum Visitor Center und Mather Point
- Parkplatz: Mather Point Visitor Center – früh ankommen, erster Parkplatz ist der beste
- Shuttlebus: Im Sommer unbedingt nutzen – Parkplätze im Village sind Mangelware
- Eichhörnchen: Nicht füttern, nicht berühren – die kneifen!
- Ostausgang: East Rim Drive mit Desert View Watchtower unbedingt mitnehmen
- Essen: Eigene Snacks und Getränke mitbringen – Preise am Canyon sind sehr hoch
- National Park Pass: Lohnt sich auf dieser Reise definitiv – Grand Canyon, Bryce Canyon, Zion und Joshua Tree sind alle enthalten
- Fahrt Monument Valley: Von Desert View ca. 3 Stunden
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→ Etappe 3: Monument Valley, Page und Antelope Canyon