USA Roadtrip Etappe 1 – Von Las Vegas auf die Route 66 bis Williams

Es beginnt mit einem Vorteil, den viele Reisende unterschätzen: Wer mit der Lufthansa Discovery direkt von Frankfurt nach Las Vegas fliegt, landet um 13 Uhr Ortszeit – und hat den restlichen Tag noch vollständig zur Verfügung. Andere Verbindungen führen oft über Los Angeles, San Francisco oder Atlanta und man kommt erst abends in Las Vegas an. Für uns war das ein entscheidender Pluspunkt, denn so konnten wir direkt nach der Landung Geld abheben, den Mietwagen übernehmen und den Nachmittag sinnvoll nutzen.

Unser erstes Ziel nach der Ankunft war der Black Bear Diner auf dem South Las Vegas Boulevard (7680 S Las Vegas Blvd). Für ein amerikanisches Diner eine klare Empfehlung – klassische Burger mit Pommes, gute Portionen und das typische Flair, das man sich für den Start eines Roadtrips wünscht. Danach ging es zum Walmart, wo wir uns mit allem eingedeckt haben, was man für drei Wochen Roadtrip braucht: Wasservorräte, Kühltasche, Snacks, Schokolade, Kekse. Ein Tipp den wir jedem mitgeben können – dieser Einkauf spart über die gesamte Reise eine Menge Geld und vor allem Zeit.

Über den Highway 95 nach Needles

Am frühen Nachmittag haben wir Las Vegas über den Highway 95 in Richtung Süden verlassen – direkt in Richtung Route 66. Die Fahrt nach Needles dauert etwa zweieinhalb Stunden, und wir haben sie im wahrsten Sinne des Wortes in der goldenen Stunde erlebt: Der Sonnenuntergang über der Mojave-Wüste war bereits eine der ersten großen Bilder dieser Reise. Im Dunkeln kamen wir schließlich in Needles an.

Übernachtung: Best Western Colorado River Inn, Needles

Needles ist kein Ort, in dem man mehrere Tage verbringt – es ist eine Durchgangsstation, ein erster Stopp auf dem Weg in die Route 66. Entsprechend haben wir auch unser Hotel gewählt. Das Best Western Colorado River Inn hat uns für 110 € pro Nacht genau das geboten, was wir gebraucht haben: saubere, großzügige Zimmer, einen Kühlschrank und die Möglichkeit, den Jeep direkt vor der Zimmertür zu parken. Nach einem langen Reisetag ist das Gold wert.

Wer in Needles übernachten möchte, hat mehrere Optionen. Das Hampton Inn Needles Colorado River ist das bestbewertete Hotel am Ort – liegt aber regelmäßig über 200 € pro Nacht. Für eine reine Übernachtungsstation ist das aus unserer Sicht nicht gerechtfertigt. Günstiger sind das Red Roof Inn oder das Rio del Sol Inn. Unser Tipp: Preise über mehrere Wochen beobachten und immer mit Stornomöglichkeit buchen – so lassen sich auch bei besseren Hotels gelegentlich sehr gute Preise finden.

Durch den Zeitunterschied sind wir früh morgens aufgewacht – und wurden mit einem traumhaften Sonnenaufgang belohnt. Und dann, irgendwann in der Stille des frühen Morgens, ratterte ein kilometerlanger doppelstöckiger Containerzug vorbei. Willkommen in Amerika.

Frühstück: Wagon Wheel Restaurant, Needles

Auf das Frühstück im Hotel haben wir bewusst verzichtet und sind stattdessen direkt gegenüber ins Wagon Wheel Restaurant (2420 Needles Hwy) gegangen – und damit direkt in die Seele der Route 66 eingetaucht. Rustikales Ambiente, Rühreier mit Kartoffeln und Speck, Kaffee der immer wieder kostenlos nachgeschenkt wird und Personal das zur Radiomusik singt. Was will man mehr? Das Essen war ausgezeichnet und das Erlebnis unbezahlbar. Klare Empfehlung.

Auf die Route 66 – Needles bis Oatman

Nach dem Frühstück sind wir in unserem Jeep Wrangler direkt auf die Route 66 gefahren. Erster Stopp: der Needles Railroad Borax Wagon (305-399 W Broadway St) – ein klassisches Fotomotiv und ein guter Einstieg in die Atmosphäre dieser legendären Straße.

Ein kleiner Hinweis für die Planung: In diesem Bereich existiert die Route 66 nicht mehr durchgehend. Wir sind einige Kilometer auf den Highway 49 ausgewichen und in Topock wieder auf die Route 66 aufgefahren.

Oatman – Esel, Goldgräber und wilde Westernkulisse

Bereits einige Kilometer vor Oatman beginnt das Spektakel: Die berühmten wilden Esel stehen mitten auf der Straße und lassen sich von niemandem beeindrucken. Wir haben natürlich angehalten, ausgestiegen und Fotos gemacht – das gehört einfach dazu.

Oatman selbst ist klein, charmant und absolut authentisch. Eine kleine Theateraufführung auf der Hauptstraße, Souvenirshops, Goldgräber-Atmosphäre. Unser Tipp: direkt am Ortseingang parken – das ist kostenlos. Am Ortsausgang wird Parkgebühr erhoben.

Nach Oatman wird die Landschaft deutlich dramatischer. Die Route 66 windet sich in engen Serpentinen hinauf zum Sitgreaves Pass – mit atemberaubender Aussicht in beide Richtungen. Hier haben wir eine längere Pause eingelegt. Und hier hat sich auch einer unserer besten Reisetipps bewährt: Wir hatten uns vorab bei Amazon einen Wasserkocher für den Zigarettenanzünder besorgt und haben uns am Sitgreaves Pass frischen Kaffee und Tee gemacht. Wer das hochrechnet – drei Kaffee pro Tag, zwei Personen, drei Wochen, amerikanische Preise – der versteht schnell warum sich diese kleine Investition vielfach auszahlt.

Kingman – Das Herz der Route 66

Weiter ging es nach Kingman, einer der bekanntesten Städte entlang der Route 66. Das Kingman Visitor Center mit Museum und Souvenirshop ist definitiv einen Stopp wert. Interessante alte Autos, viele Erinnerungsstücke und natürlich die obligatorischen Fotos von Diners und Drive-Through-Schildern. Zum Mittagessen sind wir nicht eingekehrt – das Frühstück im Wagon Wheel war derart üppig, dass wir bis zum Abend keinen Hunger verspürten. Wer kennt das nicht aus Amerika?

Von Kingman sind wir weiter über Hackberry und Peach Springs nach Seligman gefahren – einem weiteren Klassiker der Route 66, der vor allem durch seine kitschig-schönen Retro-Shops und die lebendige Route-66-Nostalgie bekannt ist. Auch hier lohnt ein kurzer Stopp.

kurzer Stopp an der Route66 in Richtung Oatman

Williams – Abendessen und Übernachtung

Am Abend erreichten wir Williams, das sich selbst als „Gateway to the Grand Canyon“ bezeichnet – und das zu Recht, denn von hier sind es nur etwa 60 Kilometer bis zum Südrand des Grand Canyons.

Zum Abendessen waren wir im Red Raven Restaurant (135 Historic Rte 66). Das Essen war in Ordnung, die Atmosphäre stimmig – aber für das was geboten wurde, empfanden wir es als etwas zu teuer. Wer in Williams essen möchte, sollte sich ruhig auch andere Optionen anschauen.

Übernachtet haben wir im Hampton Inn Williams (101 Rodeo Rd) – normalerweise eines der teureren Hotels in Williams mit Preisen die regelmäßig über 250 € liegen. Durch monatelanges, regelmäßiges Beobachten der Preise – teilweise wöchentlich – und das Buchen mit Stornomöglichkeit haben wir diese Nacht für nur 99 € bekommen. Groß, penibel sauber, typisch amerikanisches Frühstück inklusive – und der Preisunterschied zu den günstigeren Motels war letztendlich so gering, dass sich das Hampton Inn klar gelohnt hat.

Unser Tipp für alle Hotels dieser Reise: Früh buchen, aber immer mit kostenloser Stornierung. Preise schwanken erheblich – wer die Preise über Wochen beobachtet und zum richtigen Zeitpunkt bucht, kann auch bei guten Hotels sehr gute Preise erzielen.

Praktische Tipps für Etappe 1

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Etappe 2: Williams und der Grand Canyon

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